KITTEL

Kittel de mädla imponiere cover kleinKITTEL – ein schwäbischer Folk-Poet will „de Mädla imponiera“


KITTEL alias Volker Kittelberger verschmilzt eingängige Harmonien und humorvolle Texte zu heiter-ironischen Liedern über den schönen Ernst des Lebens. Und das in tiefstem Schwäbisch. Und jetzt legt er sein neuestes Werk vor: „De Mädla imponiera“.
Der gebürtige Stuttgarter Volker Kittelberger, im täglichen Leben Architekt und zugleich Musiker, Songschreiber und Autor, ist seit seiner Kindheit und Jugend begeisterter Folk-Musiker und Anhänger von Künstlern wie Neil Young – doch heute hat er schon lange einen eigenen Stil entwickelt. Dabei erinnert er mitunter an einen schwäbischen Tom Waits, auch was Stimmfarbe und selbstironische Haltung angeht. Was Kittelberger in seinem Schaffensprozess als scheinbar banale, alltägliche Beobachtung  festhält – ein Gedanke, eine Liedzeile, eine Notiz – entwickelt er dabei nach und nach zur lebendigen, Lied gewordenen Poesie: „Dr Bäcker bäckt, d’Zeitung kommt, dr Kaffe kocht, dr Wasserhahn tropft – s Läba, s Läba läuft“.
Früher sang KITTEL seine Lieder auch auf Englisch, traf dann aber später eine Grundsatzentscheidung: „Ich wollte über das Deutsche hinaus in meiner Muttersprache singen. Das ist flüssiger, schlüssiger, geschmeidiger“, erzählt der belesene Liedermacher der „Sonntag Aktuell“. Der dem Schwäbischen so eigene trockene, lakonische Humor kommt dadurch authentisch und leichtfüßig daher, sodass auch Reflexionen übers Älterwerden ein gesundes Maß an kabarett-tauglichem Humor vermitteln: „Früh’r konnt‘ mr no Widerschdand leischda – früh‘r konnt‘ mr no rebelliera, und damit de Mädla imponiera – Was isch passierd? Es isch vorbei“, heißt es in „Früher“ aus seinem neuen Album, das Für dieses Album hat sich KITTEL dabei mit Sven „Samson“ Geiger von den Neckarklangwerken in Waldenbuch einen kompetenten Produktionspartner ausgesucht. Was bei ihm in der Stube als Song mit Akustikgitarre begann, wurde so zusammen mit geladenen Musikern im Studio weiterentwickelt und mit Instrumenten von Banjo über Mundharmonika, Keyboards und Drums zu einer klanglich vielfältigen Mischung erweitert, die unterhält, ohne trivial zu werden.  Die Kompositionen decken stilistisch ein breites Spektrum ab: von reflektiven Songs wie "Wolf" und "Traumwärts" über episch-weiten Folkrock wie "Amsterdam" und "Indianer" bis hin zu stilistisch ungehörten Ansätzen wie "Anna Karenina" und "Früher", die komödiantisch-bissig daherkommen. Letzeres verbindet gar einen Dub-Reggae-Beat mit zahlreichen Riff-Zitaten aus populären Rock-Songs  (!) und steigert damit noch sein Potenzial zur Heiterkeit.
                Es ist KITTELs zweite Veröffentlichung auf Langspielformat nach „KITTELs Wagner“, in dem der Folk-liebende Schwabe Gedichte des schwäbische Kleinbauers und Dichters Christian Wagner (1835-1918) vertont hat – und dabei abermals die Form und Stilistik des Folk-Songs gewählt. „Dieser Musikstil, so fühlte ich, passt sehr gut zur Lyrik eines Christian Wagner, zu seinem ländlichen Hintergrund und seiner kleinbäuerischen Existenz. Diese Musik kommt kraftvoll „hölzern“ daher, das kann manchmal rumpeln und schlingern, aber dann auch wieder sehr poetisch sein“, schreibt Kittelberger im Begleittext zu seinem ersten Album. „Ich wollte die dunklen Momente in Christian Wagners Lyrik wiedergeben, nicht seine Blumengedichte. Wollte seine Einsamkeit, Wut und Verzweiflung zeigen, das Unverständnis, auf das er in seiner begrenzten dörflichen Welt traf. Gedichte, in denen er sich rechtfertigt und vehement wehrt. „Lied der Bitterkeit“ ist ein herausragendes Beispiel dafür.“ Was hier ebenfalls in den Neckarklangwerke-Studios mit einem breiten instrumentalen Spektrum von Banjo, Dobro, Kontrabass und Harmonium angereichert wurde, drückt KITTELs Heimatliebe ebenso aus wie sein Gespür für Rebellion und Romantik – Qualitäten, die auch sein neuestes Werk sich vereint.